Agrarlandschaft im Wandel – Kurzversion

Kurztext Agrarlandschaft im Wandel


ausführliche
Informationen


Von Ihrem Standort haben Sie einen weiten Blick über die seit Jahrhunderten durch die landwirtschaftliche Nutzung geprägte Landschaft.

In der Landwirtschaft hat sich im Laufe der Zeit ein weitreichender Wandel vollzogen, der auch das Erscheinungsbild der Landschaft grundlegend verändert hat.

Das Dorf stellte lange den Lebensmittelpunkt der Menschen dar. Ohne maschinelle Hilfsmittel musste die Arbeit mit Muskelkraft von Tier und Mensch erledigt werden. Zumeist wurden Ochsen vor die Wagen und Pflüge gespannt, weil sich gewöhnlich nur Großbauern Pferde leisten konnten. Für die Getreideernte wurden viele Hände benötigt; Frauen und Kinder waren wichtige Helfer. Nach der Mahd mit Sichel oder Sense mussten die Halme zu Garben gebunden werden. Diese wurden, nachdem sie getrocknet waren, auf Wagen geladen, um sie zur Hofstelle zu bringen, wo das körperlich sehr anstrengende Dreschen mit Hilfe von Dreschflegeln stattfand.

Bei den Hackfrüchten, wie der Futter- und Zuckerrübe, musste vom Säen bis zur Ernte und dem Verladen der Früchte lange alles in mühsamer Handarbeit erledigt werden. Zwischen den Reihen musste immer wieder gehackt werden, um die unerwünschten Beikräuter zu entfernen. Zur Erleichterung der Zuckerrübenernte wurden bis in die 1920er Jahre mehrere Maschinen gebaut, die entweder das Köpfen übernahmen oder dem Roden dienten und von Pferden oder Ochsen gezogen wurden. Heute übernehmen Rübenvollernter alle Arbeitsschritte der Ernte.

Mit der beginnenden Industrialisierung Mitte des 19. Jahrhunderts hielt auch die Dampfmaschinentechnik Einzug in die Landwirtschaft.

Erste Dampfpflüge und Dreschmaschinen wurden entwickelt. Zum Ende des 19. Jahrhunderts wurden erste Versuche mit motorbetriebenen Zugmaschinen gemacht. Aber erst in den 1950er Jahren setzten sich Traktoren durch.

Die Flurbereinigungen, die der Beseitigung der unwirtschaftlichen Zersplitterung der Besitzflächen dienten, schufen große Ackerflächen für die Arbeit mit modernen Maschinen. Ende der 1950er Jahre übernahmen dann auch Mähdrescher in zunehmendem Umfang die Getreideernte. Die Technisierung in der Viehhaltung und Überschüsse aus dem Ackerbau ermöglichten eine deutliche Vergrößerung der Tierbestände. Konnte man früher nur so viele Tiere halten, wie man von seinem Land ernähren konnte, stand nun zunehmend Futter auch durch die Zukaufsmöglichkeit von Importfuttermitteln für die Tierhaltung zur Verfügung. Damit war die Viehhaltung von der betrieblichen Eigenerzeugung der Futtermittel entkoppelt.

Durch all diese Veränderungen nahm die Zahl der in der Landwirtschaft beschäftigten Arbeitskräfte drastisch ab, Zugtiere wurden nicht mehr benötigt.

Der landwirtschaftliche Erwerbstätigenanteil in Deutschland betrug Anfang der 1950er Jahre 24 % und sank bis zum Jahr 2017 auf nur noch 1,4 %.