Totholz – Kurzversion

Totholz – Kurzversion

Kurztext Totholz


ausführliche
Information


Schauen Sie an diesem Standort vom Weg aus in westlicher und östlicher Richtung genau in den Eichenbestand hinein, sind zahlreiche abgestorbene Bäume zu erblicken.

Der ökologische Wert von Totholz hängt nicht nur von dessen anteilsmäßigem Vorkommen in einem Wald ab, sondern auch wesentlich von der Art und Größe des Baumes, von seinem Standort, von seinem Mikroklima und vom Abbaustadium des Holzes. Je langsamer sich das Holz zersetzt, desto nachhaltiger unterstützt das daraus entstehende Substrat die Entwicklung von holzbewohnenden Organismen. Zu den xylobionten Insekten zählen nicht nur Arten, die sich direkt von Rinde oder Holz ernähren, sondern auch die Arten, die auf vorhandene Bohrgänge und bereits teilabgebautes Totholz angewiesen sind. Insekten nutzen das Holz vorwiegend im Larvenstadium als Nahrungsquelle.

In Mitteleuropa kommen ca. 1350 totholzbewohnende und holzabbauende Käferarten vor. Borkenkäfer zerfressen und durchlöchern die Rinde und gehören zu den Pionierarten, die den Holzabbau einleiten. Sie öffnen Pilzen und Bakterien den Zugang zum Holzkörper, die bei der Zersetzung des Holzes die entscheidende Rolle spielen.

Zahlreiche, zur Ordnung der Hautflügler gehörende Fliegen- und Mückenarten, sowie etliche Wildbienen-, Wespen- und Holzwespenarten leben im und am Totholz.

Abgestorbene Bäume bieten sowohl vielen Vögeln als auch verschiedenen Säugetieren einen notwendigen Brut- und Zufluchtsort.

Letztendlich wird durch den Zerfall des Baumes ein Kreislauf geschlossen, bei dem das organische Material einerseits mineralisiert und andererseits als Humus dem Waldboden wieder zugeführt wird und Nährboden für junge Bäume darstellt.