Die Karlsquelle

Die Karlsquelle

Kurztext die Karlsquelle


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Die Karlsquelle direkt nach ihrer Umgestaltung im wasserarmen Sommer 2018

Die Karlsquelle ist eine kleine Waldquelle im Hangbereich des Berges Steimke (384 m). Der Fußweg zur Quelle ist sehr schmal und uneben und daher nur für trittsichere Personen geeignet.

Vor dem Sturm Kyrill (2007) war die Quelle von alten Fichten umgeben, die zum großen Teil Windbruch erlitten haben.

Das aus dem anstehenden Buntsandstein hervortretende Wasser (Sturzquelle) sammelt sich zunächst in einem Becken, bevor es als Quellbach abfließt. Der namenlose Bach, der erst durch Wald, dann aber durch ein weites Wiesental bergab fließt, mündet in die Espolde.

In der Nähe des Tierparks Hardegsen wird ein Kneipp-Tretbecken von dem kalten Wasser des Baches gespeist. Der Name der Quelle geht auf das Gründungsmitglied des Verschönerungs- und Heimatvereins Hardegsen, Karl Menshausen, zurück.


Quellen sind Orte, an denen Grundwasser an die Erdoberfläche tritt. Die Quellregion (das Krenal) stellt den ersten Abschnitt eines Fließgewässers dar.

Trotz ihrer oft nur geringen Flächenausdehnung handelt es sich bei Quellen um Lebensräume, in denen aufgrund ihrer besonderen ökologischen Bedingungen eine teilweise hoch spezialisierte Pflanzen- und Tierwelt lebt.

Das Wasser ist, abgesehen von wenigen Ausnahmen, das ganze Jahr über konstant kalt. Die Wassertemperatur entspricht zumeist in etwa der mittleren Jahreslufttemperatur von 6-10° Celsius. In der Regel zeichnen sich Quellstandorte durch eine ausgeprägte Nährstoffarmut aus. Daher stellen diese Lebensräume gewöhnlich artenarme Biotope dar. Charakteristisch sind daher Organismen, die durch spezielle Anpassungen hinsichtlich Ernährung und Stoffwechsel an solchen Mangelstandorten existieren können. Neben diesen Faktoren üben z.B. auch die Lichtversorgung und der Kalkgehalt des Wassers einen Einfluss auf die Zusammensetzung der Tier- und Pflanzengesellschaften aus.

Arten, die in ihrer Verbreitung ausschließlich auf Quellen und Quellbäche beschränkt sind, werden als Krenobionten (Quellspezialisten) bezeichnet.

Typische Arten finden sich vor allem in den Ordnungen der Köcherfliegen, Eintagsfliegen und Steinfliegen, deren Larven sich in sauberem Wasser entwickeln. Da einige Arten bereits auf kleinste Veränderungen in ihrem Umfeld reagieren, eignen sie sich als Zeigerarten für die Qualität des Lebensraumes.

Auch die Larven der Großlibelle Gestreifte Quelljungfer (Cordulegaster bidentata Selys) leben 5-6 Jahre in Quellen und Quellbächen.

Der Feuersalamander (Salamandra salamandra L.) ist das einzige Wirbeltier der Mittelgebirge, dessen Larven sich in dem kalten Wasser entwickeln. Feuersalamander sind lebendgebärend. Die Eihüllen platzen bei der Geburt auf und die Larven werden direkt ins Wasser entlassen.


Vor allem die ganzjährig niedrigen Wasser- und Bodentemperaturen an Quellstandorten erschweren das Wachstum von Pflanzen. Nur wenige Arten haben sich an die dauerhaft niedrigen Temperaturen im Wurzelbereich anpassen können.

Im Sommer 2018 wurde der Quellbereich umfangreich umgestaltet um diesem wieder mehr Natürlichkeit zu geben. Dabei wurden unter anderem eine aus Steinquadern bestehende Einfassung des Quellbeckens und ein direkt anschließender Durchlass entfernt. Mit Hilfe der durchgeführten Maßnahmen konnte das gesetzlich geschützte Biotop erheblich aufgewertet werden. Die Renaturierung fand in enger Absprache mit der Unteren Naturschutzbehörde und der Stadt Hardegsen statt. Die vollständige Planung, Koordinierung und Kostenübernahme erfolgte durch die Niedersächsischen Landesforsten. Durch die Maßnahme sind einige Pflanzen, die vorher im und am Bach wuchsen, vorübergehend verschwunden. Jedoch ist damit zu rechnen, dass sich diese nach kurzer Zeit wieder zeigen werden.

Zu den Pflanzen, die im kalten Wasser des Quellbaches vorkommen, zählt das Gegenblättrige Milzkraut (Chrysosplenium oppositifolium L.) und der Bach-Ehrenpreis (Veronica beccabunga L.).